Auf den Spuren der Marrying Mdivanis

Einst kannte jeder auf der Welt ihren Namen und dessen Aussprache – Dee-VAH-Nee, mit einem stummen M. Heute kennt sie niemand mehr. Sie zogen als echte Prinzen und Prinzessinnen eine Spur durch die High Society von Paris, Hollywood und London und füllten die Klatsch-Spalten sämtlicher Zeitungen. Man bezeichnete sie als die Die heiratsfreudigen Mdivanis, ebenso als Die scheidungsfreudigen Mdivanis, Die betrügerischen Mdivanis, Die geldgierigen Mdivanis, Die prozessfreudigen Mdivanis, Die streitenden Mdivanis und schließlich als Die tragischen Mdivanis.
Die fünf Geschwister brachten es zwischen 1925 und 1957 auf 11 Hochzeiten und 7 Scheidungen mit prominenten Personen. Sie traten als Filmkomparse, Polospieler, Rennfahrer, Bildhauerin, Model und Botschafter in Erscheinung, und nur zwei von ihnen wurden älter als 34 Jahre.

Der bekannte Motivationstrainer Dale Carnegie bezeichnete die Mdivanis als Musterbeispiele für gesellschaftlichen Erfolg. In seinem 1936 erschienenen Buch „Wie man Freunde gewinnt“ schrieb er:

 „Warum waren die so genannten ‚Prinzen‘ in der Lage, zwei schöne und berühmte Filmstars, eine weltbekannte Primadonna und Barbara Hutton mit ihren Millionen aus der Billigladen-Kette zu heiraten? Pola Negri gab die Antwort: Sie verstanden die Kunst der Schmeichelei wie kein anderer Mann, den ich je getroffen habe.“

In diesem und den folgenden Beiträgen lade ich Sie ein, mehr über die einzigartige Geschichte der Familie Mdivani zu erfahren. Den Großteil meines Buchs Mörder, Mode, Mitgiftjäger habe ich ihnen gewidmet; und nach dessen Veröffentlichung Einträge für alle fünf Geschwister in der deutschsprachigen Wikipedia vorgenommen.

Ursprünglich kam die Familie Mdivani aus Georgien, das damals zu Russland gehörte, und der Vater, Zakhari Mdivani, war ein General des Zaren Nikolaus II und Gouverneur der Stadt Batumi. Die Mutter, Elisabeth Mdivani, soll zum weiblichen Fanclub von Rasputin gehört haben. Auf ihrer Flucht vor der Roten Armee landete die Familie 1921 in Paris, und alle fünf Geschwister ließen sich fortan als Prinzen und Prinzessinnen titulieren. Die fünf Geschwister waren:

  • Nina Mdivani (* 27. Januar 1901 in Batumi; † 19. Februar 1987 in London)
  • David Mdivani (* 14. Februar 1904; † 5. 1984 in Los Angeles)
  • Serge Mdivani (* 17. Februar 1903; † 15. März 1936)
  • Roussadana Mdivani (* 7. Juli 1905; † 16. Dezember 1938)
  • Alexis Mdivani (* 7. Februar 1908; † 1. August 1935)

Nina Mdivanis Heirat mit einem prominenten Anwalt war die erste, und darüber werde ich im nächsten Beitrag mehr erzählen.